Wilhelms III. von Thüringen Pilgerfahrt ins Heilige Land

Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten in Jerusalem und Umgebung erfreuten sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts besonders bei Fürsten und Adel zunehmender Beliebtheit. Im Haus Wettin eröffnete der seit 1445 in Thüringen regierende Herzog Wilhelm III. eine Serie von Jerusalem-Pilgerfahrten, die bis zum Ende des Jahrhunderts anhielt. Über diese Reise, die er Ende März 1461 mit stattlichem Gefolge am Weimarer Hof antrat und dort ein halbes Jahr darauf beendete, liegt ein handschriftlicher Bericht in einer längeren und einer kürzeren Fassung vor, dessen Verfasser unbekannt ist. Während die längere, für den Fürsten bzw. den Hof bestimmte Fassung in der Handschrift eher den Charakter eines Entwurfs aufweist, entstand die hier präsentierte kürzere Fassung – in sauberer Abschrift überliefert in einer historischen Sammelhandschrift – wahrscheinlich für einen klösterlichen Adressatenkreis.